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<title>Sigmund Bergmann</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Sigmund Bergmann</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Leonhard Sigmund Ludwig Bergmann</b> (* <a href="9._Juni" title="9. Juni">9. Juni</a> <a href="1851" title="1851">1851</a> in <a href="Bad_Tennstedt" title="Bad Tennstedt">Tennstedt</a>; † <a href="7._Juli" title="7. Juli">7. Juli</a> <a href="1927" title="1927">1927</a> in <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a>) war ein deutschamerikanischer <a href="Unternehmer" title="Unternehmer">Unternehmer</a> und <a href="Erfinder" title="Erfinder">Erfinder</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_amerikanischen_Jahre_(1870_bis_1890)"><span id="Die_amerikanischen_Jahre_.281870_bis_1890.29"></span>Die amerikanischen Jahre (1870 bis 1890)</h2></div>
<p>Bereits im Alter von 18 Jahren wanderte Bergmann aus seiner <a href="Th%C3%BCringen" title="Thüringen">thüringischen</a> Heimat in die <a href="USA" class="mw-redirect" title="USA">USA</a> aus und siedelte sich in <a href="New_York_City" title="New York City">New York</a> an. Dort schlug er sich zunächst mit Hilfsarbeiten durch, bevor etwa 1875 <a href="Thomas_Alva_Edison" title="Thomas Alva Edison">Thomas Alva Edison</a> wegen seines Arbeitseifers und Geschicks bei der Ausführung ihm übertragener Aufgaben auf ihn aufmerksam wurde.
</p><p>Durch diverse, von Bergmann entwickelte Instrumente gelang es ihm schnell, überdurchschnittlich viel Geld zu verdienen. 1876 hatte er so viel Geld zusammen, dass er in der Wooster Street in New York seine erste eigene Werkstatt aufbauen konnte, in der im Auftrag von Edison die ersten zum Verkauf bestimmten <a href="Phonograph" title="Phonograph">Phonographen</a> hergestellt wurden.
</p><p>Bald folgten Telefonübertragungseinrichtungen, die er für <a href="Western_Union" title="Western Union">Western Union</a> herstellte. Parallel dazu richtete er noch ein Testlabor für die von Edison zur kommerziellen Nutzung entwickelten <a href="Gl%C3%BChlampe" title="Glühlampe">Glühlampen</a> ein. Dazu wurde in seiner Werkstatt eigens ein <a href="Generator" class="mw-redirect" title="Generator">Generator</a> zur Stromerzeugung installiert. Edisons Laboratorien befanden sich zu dieser Zeit noch in <a href="Edison_(New_Jersey)" title="Edison (New Jersey)">Menlo Park</a> in <a href="New_Jersey" title="New Jersey">New Jersey</a>. 1879 wurden dann die ersten Glühlampen der Öffentlichkeit vorgestellt, die Edison zusammen mit Bergmann entwickelt hatte.
</p><p>Auf der <a href="Internationale_Elektrizit%C3%A4tsausstellung_1881" title="Internationale Elektrizitätsausstellung 1881">Pariser Elektrizitätsausstellung 1881</a> waren die Glühlampen die „epochale Sensation“. In Zusammenhang mit dieser Ausstellung besuchte Bergmann, der inzwischen US-amerikanischer Staatsbürger geworden war und dessen Werkstatt mittlerweile bereits 50 Beschäftigte hatte, auch erstmals nach 16 Jahren wieder Deutschland. Inzwischen war die Gründung des <a href="Deutsches_Reich" title="Deutsches Reich">Deutschen Reiches</a> erfolgt, und Industrie und Handel erlebten einen starken Aufschwung. Bei seinem ersten Berlin-Besuch erkannte Bergmann die Bedeutung dieser Stadt für die noch junge, aber sich dank <a href="Werner_von_Siemens" title="Werner von Siemens">Werner von Siemens</a> schon kräftig entwickelnde Elektroindustrie.
</p><p>Mit dem starken Wachstum von Bergmanns Betrieb stiegen im April 1881 zunächst Edward H. Johnson und im September 1882 Edison in die Firma ein, die nunmehr <i>S. Bergmann &amp; Company</i> hieß. Man errichtete neue Fabrikgebäude in <a href="New_York_City" title="New York City">New York City</a> an der Ecke Avenue B und East 17th Street. Die Firma konzentrierte sich auf die Herstellung der von Edison und Bergmann entwickelten Schraubsockel und anderen Teile für die neue elektrische Beleuchtung. Später wurde das Produktionsspektrum deutlich erweitert, so zum Beispiel auf Telefon-Vermittlungseinrichtungen, Installationsmaterial, Schalter und <a href="Schreibmaschine" title="Schreibmaschine">Schreibmaschinen</a>. Nach Edisons Aussage war die Firma sowohl geschäftlich als auch wissenschaftlich überaus erfolgreich.
</p><p>Als im Jahr 1889 die Firma auf 1500 Beschäftigte gewachsen war, beschloss Edison, alle Firmen seines inzwischen verstreut gewachsenen Imperiums in der <i>Edison <a href="General_Electric" title="General Electric">General Electric</a> Company</i> zusammenzufassen. Bergmann verkaufte seine Anteile und ging zurück nach <a href="Deutschland" title="Deutschland">Deutschland</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Schaffung_eines_Industrie-Imperiums_in_Berlin_(1890_bis_1927)"><span id="Die_Schaffung_eines_Industrie-Imperiums_in_Berlin_.281890_bis_1927.29"></span>Die Schaffung eines Industrie-Imperiums in Berlin (1890 bis 1927)</h2></div>

<p>Mit dem Erlös der Anteile des Edison-Verkaufs gründete er an der Fennstraße in <a href="Berlin-Moabit" title="Berlin-Moabit">Berlin-Moabit</a> 1891 die <a href="Offene_Handelsgesellschaft" title="Offene Handelsgesellschaft">offene Handelsgesellschaft</a> (oHG) <i>Sigmund Bergmann &amp; Co.</i>, wo er zunächst ähnliche Artikel wie zuletzt in New York herstellte. Bereits 1893 wurde die Firma in eine <a href="Aktiengesellschaft" title="Aktiengesellschaft">Aktiengesellschaft</a> umgewandelt und trug dann den Namen <i><a href="Bergmann-Borsig#Bergmann_Elektrizitätswerke" title="Bergmann-Borsig">Bergmann Electricitäts-Werke Aktien-Gesellschaft</a></i>. Nachdem einige Patente, die Bergmann besaß, Ende der 1890er Jahre erloschen waren, musste er seine Produktionspalette erweitern. Nun wurden auch <a href="Elektrischer_Generator" title="Elektrischer Generator">Dynamos</a>, <a href="Elektromotor" title="Elektromotor">Elektromotoren</a> und elektrische Steuereinrichtungen hergestellt.
</p><p>Nachdem sich Bergmann zunächst noch regelmäßig zwischen New York und Berlin bewegt hatte, verlegte er 1899 seinen Wohnsitz endgültig nach Berlin. Ab 1904 stellte er die <i>Bergmann-Metallfadenlampe</i> her. 1906 initiiert er die Gründung der <a href="CEAG" title="CEAG">Concordia Elektrizitäts AG</a> in Köln als Vertriebsgesellschaft. Da das bisherige Firmengelände in Moabit zu klein geworden war, begann er im selben Jahr mit dem Bau neuer Anlagen in dem Areal zwischen der <a href="Seestra%C3%9Fe_(Berlin-Wedding)" title="Seestraße (Berlin-Wedding)">Seestraße</a>, Oudenarder Straße, Groninger Straße und Liebenwalder Straße in <a href="Berlin-Wedding" title="Berlin-Wedding">Berlin-Wedding</a>. Aber auch dieses Gelände erwies sich bald als zu klein, und er erwarb ein 76.000&nbsp;m² großes Gelände im damals noch außerhalb Berlins liegenden Ortsteil <a href="Berlin-Wilhelmsruh" title="Berlin-Wilhelmsruh">Wilhelmsruh</a> in der Gemarkung des Dorfes <a href="Berlin-Rosenthal" title="Berlin-Rosenthal">Rosenthal</a>. Während man sich im Wedding auf die Glühlampenproduktion konzentrierte (1910 erreichte diese einen täglichen Ausstoß von 16.000 Metallfaden-Lampen), begann Bergmann in Wilhelmsruh mit der Produktion von <a href="Dampfturbine" title="Dampfturbine">Dampfturbinen</a>, später auch von <a href="Elektrolokomotive" title="Elektrolokomotive">Elektrolokomotiven</a> und -<a href="Elektrofahrzeug" title="Elektrofahrzeug">automobilen</a>. Größter Abnehmer der Turbinen waren Werften, die Schiffe für die <a href="Kaiserliche_Marine" title="Kaiserliche Marine">Kaiserliche Marine</a> bauten. Ein weit verbreitetes und nach ihm benanntes Produkt war auch das hier hergestellte <a href="Bergmannrohr" title="Bergmannrohr">Bergmannrohr</a>.
</p><p>Die schnelle Expansion forderte aber bald ihren Tribut. Aufgrund fehlender Reservenbildung und einer krisenanfälligen Finanzstruktur wurde 1912 eine Beteiligung der <a href="Siemens-Schuckertwerke" title="Siemens-Schuckertwerke">Siemens-Schuckertwerke</a> GmbH an den Bergmann-Werken erforderlich. Bergmann behielt zwar die technische Leitung, die kaufmännische Leitung aber lag bei Siemens-Schuckert. 1912 wurde Sigmund Bergmann von der <a href="Technische_Universit%C3%A4t_Darmstadt" title="Technische Universität Darmstadt">Technischen Hochschule Darmstadt</a> die <a href="Ehrendoktorw%C3%BCrde" class="mw-redirect" title="Ehrendoktorwürde">Ehrendoktorwürde</a> (<a href="Dr.-Ing." class="mw-redirect" title="Dr.-Ing.">Dr.-Ing.</a> E. h.) verliehen und er in der Begründung als „weitblickender Techniker und erfolgreicher Organisator“ gerühmt. Ab 1913 verstärkte die Bergmann AG ihr Engagement in der Automobilproduktion. Mit Ausbruch des <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieges</a> wurden große Teile der Bergmann-Werke auf Rüstungsproduktion umgestellt.
</p><p>Bergmann erwarb 1918 das <a href="Schloss_Hohenfels" title="Schloss Hohenfels">Schloss Hohenfels</a> in <a href="Coburg" title="Coburg">Coburg</a> als Ruhesitz und ließ es von dem Berliner Architekten <a href="Otto_Rehnig" title="Otto Rehnig">Otto Rehnig</a> seinen Bedürfnissen anpassen.
</p><p>Nach Kriegsende konzentrierte sich das Unternehmen wieder verstärkt auf die Produktion von Kraftwerkseinrichtungen und elektrischen Gütern.
</p><p>Am 7. Juli 1927 starb Sigmund Bergmann in Berlin. Beigesetzt wurde er auf dem <a href="Waldfriedhof_(M%C3%BCnchen)" title="Waldfriedhof (München)">Waldfriedhof in München</a>. Das Grab befindet sich im Gräberfeld 127-W-49 im alten Teil des Friedhofs.
</p><p>Das Werk in Berlin-Wilhelmsruh produzierte weiter unter seinem Namen. 1949 wurde es zum <a href="Volkseigener_Betrieb" title="Volkseigener Betrieb">VEB</a> <a href="Bergmann-Borsig" title="Bergmann-Borsig">Bergmann-Borsig</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Automobilproduktion">Die Automobilproduktion</h2></div>

<p>Im Jahr 1909 wurde von Sigmund Bergmann eine separate Automobilfabrik im Werksgelände errichtet. Nach Lizenzen der belgischen Firma <i><a href="M%C3%A9tallurgique" title="Métallurgique">Métallurgique</a></i> wurden PKW gefertigt. 1910 wurde die Pkw-Fabrik mit dem anderen Werk vereinigt.
</p><p>Ab 1911 wurden <a href="Nutzfahrzeug" title="Nutzfahrzeug">Nutzfahrzeuge</a> als Elektro-LKW mit <a href="Radnabenmotor" title="Radnabenmotor">Radnabenmotoren</a> gebaut. Auch LKW mit Zentralmotoren (Elektro-Unterflur-Mittelmotor) und <a href="Kardanantrieb" title="Kardanantrieb">Kardanantrieb</a> wurden hergestellt. 1912 wurden 2-Tonnen-LKW mit 24 PS und 4-Tonnen-LKW mit 32 PS gefertigt. Während des Ersten Weltkriegs wurden Heereslastkraftwagen mit 3,5 und 4,5 Tonnen gebaut, die 38 und 40 PS hatten. Als damalige Besonderheit wurden LKW mit Zweiblockmotoren gebaut, die zur <a href="Kurbelwelle" title="Kurbelwelle">Kurbelwelle</a> seitlich versetzte Zylinder hatten. Auch LKW als 1,5-Tonner und andere spezielle LKW-Typen wurden produziert.
</p><p>Als der Krieg vorbei war, wurde die Nutzfahrzeugproduktion gedrosselt und mit Benzinmotoren ausgestattet. In der Zeit wurden dann nur noch Elektrofahrzeuge hergestellt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ehrungen">Ehrungen</h2></div>
<p>Im Jahr 1997 wurde im Zuge des Baus der <a href="Wasserstadt_Spandau" class="mw-redirect" title="Wasserstadt Spandau">Wasserstadt Spandau</a> im Berliner Ortsteil <a href="Berlin-Hakenfelde" title="Berlin-Hakenfelde">Hakenfelde</a> eine Straße nach Sigmund Bergmann benannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Klaus-Dieter Wyrich: <i>Sigmund Bergmann </i>, in: <i>Berlinische Lebensbilder. Band 6: Techniker</i>, Berlin 1990, ISBN 978-3-7678-0777-8, S. 211–227</li>
<li>Carl Graf von Klinckowstroem: <cite style="font-style:italic">Bergmann, Leonhard Sigmund Ludwig</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Neue_Deutsche_Biographie" title="Neue Deutsche Biographie">Neue Deutsche Biographie</a></cite>. (NDB). <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>2</span>. Duncker &amp; Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>91</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.deutsche-biographie.de/gnd135544270.html#ndbcontent">deutsche-biographie.de</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Sigmund+Bergmann&amp;rft.atitle=Bergmann%2C+Leonhard+Sigmund+Ludwig&amp;rft.au=Carl+Graf+von+Klinckowstroem&amp;rft.btitle=Neue+Deutsche+Biographie&amp;rft.date=1955&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=3428001834&amp;rft.pages=91&amp;rft.place=Berlin&amp;rft.pub=Duncker+%26+Humblot&amp;rft.volume=2" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li><i>Die Geschichte des deutschen LKW-Baus</i>. Band 1, Weltbild Verlag, 1994, ISBN 3-89350-811-2, S. 34 f.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.electrosuisse.ch/fileadmin/user_upload_electrosuisse/Verband/Verlag/Pioniere/Pioniere_A_bis_F/BergmannS.pdf">Foto und Bericht über Sigmund Bergmann</a> (PDF; 32&nbsp;kB)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://purl.org/pressemappe20/folder/co/006191">Frühe Dokumente und Zeitungsartikel zur Bergmann-Elektricitäts-Werke Aktiengesellschaft</a> in den <a href="Pressearchiv_20._Jahrhundert" title="Pressearchiv 20. Jahrhundert">Historischen Pressearchiven</a> der <a href="ZBW_%E2%80%93_Leibniz-Informationszentrum_Wirtschaft" title="ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft">ZBW</a></li></ul>
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Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-06-10" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Sigmund_Bergmann&amp;oldid=256890578">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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